NetMan Client

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Der NetMan Client ist die Clientkomponente von NetMan Desktop Manager. Er muss überall dort installiert werden, wo:

Administrative NetMan Desktop Manager Programme aufgerufen werden

In NetMan Skripte eingebundene Anwendungen über NetMan Desktop Manager gestartet werden

Anwendungen oder Internetressourcen Benutzern über den NetMan Client bereitgestellt werden

 

Der NetMan Client integriert Anwendungen und Internetressourcen in die Arbeitsumgebung des jeweiligen Benutzers. „Integrieren" heißt: Verknüpfungen zu Anwendungen und Internetressourcen werden entweder eingesetzt in:

das Windows-Startmenü

die Windows-Arbeitsfläche

 

Mit dem NetMan Client erhalten Sie eine nahtlose Integration und Erweiterung des Windows Explorers. Der NetMan Client erfüllt folgende Aufgaben:

Anwendungen in einer Anwendungssitzung auf einem Remotedesktop-Sitzungshost/XenApp-Server starten

Anwendungen lokal starten

URLs in einem Browser öffnen

 

Für den Benutzer ist kein Unterschied wahrzunehmen, welchen Aufruf er initiiert. Bei den Varianten zum Start einer lokalen Anwendung oder einer URL ist der Ablauf einfach aufgebaut. Alle notwendigen Arbeitsschritte zum Start der Anwendung bzw. der URL werden lokal abgearbeitet. Ruft der Benutzer hingegen eine Anwendung auf, die auf einem Sitzungshost installiert ist, findet nachstehender Ablauf statt:

1.Der NetMan Client stellt an den NetMan Webservice eine Anfrage zum Start einer Anwendung auf einem Remotedesktop-Sitzungshost.

2.Der Webservice liefert eine Konfiguration zum Start einer Sitzung über RDP oder das ICA-Protokoll. (Eine ICA-Sitzung erfordert einen ICA-Client auf der Arbeitsstation.)

3.Der NetMan Client initiiert eine Sitzung auf dem Remotedesktop-Sitzungshost/XenApp-Server.

4.In der Sitzung wird über den Ticketing-Mechanismus bestimmt, welche Anwendung gestartet wird.

5.Die Anwendung startet für den Benutzer in der Sitzung.

 

dia_ablauf1

 

Auf dem Sitzungshost wird stets das Programm NMCHTTP.EXE gestartet, um die Anwendung aufzurufen. NMCHTTP.EXE kann wie folgt aufgerufen werden:

Bei Zugriffen über RDP kann bei den Benutzern in den Benutzereinstellungen das Programm NMCHTTP.EXE als Startprogramm fest hinterlegt werden. Für anonyme Benutzer sollten Sie diese Einstellungen in deren Profil fest vorgeben. Für alle anderen Benutzer, die ausschließlich NetMan Desktop Manager verwenden, empfiehlt es sich, ebenfalls NMCHTTP.EXE als Startprogramm vorzugeben.

Auf einem XenApp-Server oder in einer XenApp-Serverfarm wird NMCHTTP.EXE als veröffentlichte Anwendung eingerichtet.

Bei Benutzern, die neben NetMan auch andere Anwendungen ohne NetMan über RDP aufrufen, wird NMCHTTP.EXE über eine Startregel vorgegeben. (Wie Sie eine Startregel für den NetMan Webclient erstellen, lesen Sie im Kapitel „Sitzungseinstellungen bearbeiten".)

Um nur noch über NetMan Desktop Manager selbst auf den Sitzungshost zugreifen können, hinterlegen Sie das Programm NMCHTTP.EXE fest bei den Verbindungseinstellungen des Sitzungshosts. Selbst der Administrator kann sich nicht mehr mit dem Microsoft RDP-Client auf dem Sitzungshost anmelden. Ein Vorteil dieser Vorgehensweise liegt darin, dass diese Einstellung nur an einer Stelle vorgenommen werden muss.

 

tsrdpsettings

 

Bei den Anwendungen kann es sich sowohl um Anwendungen auf einem Remotedesktop-Sitzungshost als auch um lokale Anwendungen handeln.

Im oben beschriebenen Sinne ist der NetMan Client eine Benutzerschnittstelle ohne eigene Oberfläche, da sie sich vollständig in die Oberfläche von Windows integriert und die zusätzliche Funktionalität als Bestandteil des Betriebssystems erscheint. Benutzer müssen den NetMan Client weder kennen noch verstehen.

Als Administrator können Sie Benutzern (bzw. Benutzergruppen, Stationen, etc.) je nach Ausführungsrecht auf deren Desktop gezielt bestimmte Anwendungen bereitstellen. Anwendungen, die über NetMan Desktop Manager verwaltet werden, aber für einzelne Benutzer, Benutzergruppen, etc. unsichtbar bleiben sollen, bleiben diesen verborgen. Zusätzlich passen Sie die Darstellung der Anwendungen perfekt an die Ausstattung der Clients an, indem Sie Parameter wie Bildschirmauflösung und Audioeinstellungen konfigurieren.

Die einzige für den Benutzer erkennbare Komponente des NetMan Clients ist das Symbol des NetMan Startprogramms im Windows-Infobereich:

 

nmclient01

 

Der Benutzer kann über das NetMan Startprogramm die Verknüpfungen der aktuell geladenen Kollektionen aktualisieren oder Informationen zu NetMan Desktop Manager abrufen. Der Administrator kann über das NetMan Startprogramm außerdem den NetMan Client starten und stoppen sowie komplett beenden.

Die Starteinstellungen des NetMan Clients werden in den NetMan Systemeinstellungen definiert:

 

nmclient02

 

Der NetMan Client kann:

Automatisch gestartet werden

Ohne sichtbare Oberfläche gestartet werden (ohne das Symbol des NetMan Startprogramms im Infobereich)

 

Zusätzlich implementiert der NetMan Client eine einfache VPN-Unterstützung. Wenn der Client gestartet wird, versucht er automatisch eine Verbindung zum Server aufzubauen. Schlägt dieser Versuch fehl, kann der Client so konfiguriert werden, dass eine DFÜ/VPN-Verbindung zum Netzwerk aufgebaut wird, in dem sich der Server befindet:

 

nmclient03

 

Sobald der Client beendet wird und er die VPN-Verbindung zuvor selbst geöffnet hat, beendet er sie auch wieder.

 

Der Titel der Dialoge, die der Desktop Client ausgibt, wie z.B. belegte Lizenzen, fehlende Verfügbarkeit von Ressourcen oder Abfragen aus Aktionen, ist konfigurierbar. Der voreingestellte Titel „H+H NetMan" kann durch einen Text ersetzt werden, der den Benutzer auf einen Ursprung der Nachricht hinweist, der für ihn nachvollziehbar ist. Öffnen Sie dazu die NetMan Einstellungen in der Sektion Allgemein auf der Seite Vorgabe:

 

nmclient04

 

Technische Struktur des NetMan Clients:

Die folgenden Ausführungen enthalten technische Details für interessierte Anwender. Die enthaltenen Informationen sind nicht notwendig, um NetMan Desktop Manager bedienen zu können.

 

Das Setup installiert alle benötigten Dateien in das Verzeichnis NetMan direkt unter dem Windowsverzeichnis. Der NetMan Client besteht aus den folgenden Komponenten:

NetMan Umgebung in Form von benötigten Dateien (DLLs usw.)

NT-Service, der im Systemkontext läuft und beim Start der Arbeitsstation automatisch gestartet wird. Dieser Service erledigt alle Aufgaben, die angemeldete Benutzer in ihrem Kontext möglicherweise nicht ausführen dürfen.

Der eigentliche NetMan Client, der als Prozess im Benutzerkontext läuft, benötigt Dokumente (z.B. Ausführungsaufträge) vom Server, die er über eine TCP/IP-Verbindung herunterlädt und ausführt.

NetMan Startprogramm zur Bedienung des NetMan Clients

 

warning Auf einem Remotedesktop-Sitzungshost laufen der NetMan Client und das NetMan Startprogramm je einmal pro Benutzer, während der NetMan Client Service nur in einer Instanz pro Rechner läuft.

 

Der NetMan Client kommuniziert mit dem NetMan Service (zentraler NetMan Systemdienst) über eine TCP/IP-Verbindung. Über die TCP/IP-Verbindung werden wesentliche Daten zwischen NetMan Service und Client übertragen:

Kollektionen als XML-Dokumente

NetMan Skripte

Symbole

Stationsinformationen

Lizenzinformationen

 

Die TCP/IP-Verbindung bleibt solange bestehen, bis der NetMan Client beendet wird. Zusätzlich werden, ausgelöst durch Benutzeraktivitäten, Dokumente vom NetMan Webservice über HTTP heruntergeladen:

Informationsdateien

Startdateien (ICA oder RDP), um Anwendungen innerhalb von Sitzungen auf Sitzungshosts/XenApp-Servern auszuführen.

 

dia_ndc_struct

 

Diese technische Struktur hat folgende Vorteile:

Die Benutzer des NetMan Desktop Clients benötigen keinerlei Rechte in den zentralen Serververzeichnissen.

Die erzeugte Netzlast ist minimal, da bei der Kommunikation nur kleine Textdokumente übertragen werden.

 

Die heruntergeladenen Daten werden in einem temporären Verzeichnis gespeichert und nach der Ausführung bzw. beim Beenden des Clients wieder gelöscht.

Der Aufbau und das Löschen der Kollektionsdaten erfolgt durch einen Dienst, der beim Start der Arbeitsstation gestartet wird. Der eigentliche NetMan Client und das NetMan Startprogramm laufen dagegen im Benutzerkontext:

 

nmcprocesses

 

Vor dem Ausführen der Verknüpfung einer Kollektion überprüft der NetMan Client, ob die Verknüpfung noch gültig ist, bevor er sie zur Ausführung an einen Interpreter übergibt. Eine Verknüpfung könnte dann nicht gültig sein, wenn:

Eine Veränderung auf dem Server durchgeführt wurde, die dem Benutzer das Recht auf die Verknüpfung genommen hat

Die Verknüpfung nicht durch den NetMan Client erzeugt wurde, sondern der Benutzer die Verknüpfung selbst erstellt oder kopiert hat

 

Die einzelnen Verarbeitungsschritte beim Ausführen einer Kollektionsverknüpfung können der folgenden Grafik entnommen werden:

 

dia_Desktoplinks